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Jahresrückblick und Gedanken zur Saison 2010

Geschrieben von Hans Maier


Im vergangenen Jahr haben sich viele von uns einiges vorgenommen.
Die einen wollten mehr zum Fischen gehen und auch größere Fische fangen, die anderen einfach öfters am Wasser sein, um die Wurftechnik zu verbessern oder einfach nur, um die Natur und die Ruhe beim Ausüben unseres schönen Hobbys zu genießen.
Viele von uns haben unzählige Stunden bei den Arbeiten am Fischwasser und in der Vereinsarbeit verbracht und damit dazu beigetragen, die Natur zu schützen und zu erhalten. Dies erfolgte meistens auf lokaler Ebene aber auch bei der Unterstützung der Fischereiverbände, wie z.B. unsere Teilnahme an der Kormoran-Demonstration im Mai in Ulm.
Allgemein Künabachgesagt dient das alles dazu, das ökologische Gleichgewicht rund um unsere Gewässer zu verbessern.
Dabei fiel mir bei den Einsätzen an der Wiese und den Nebenbächen besonders auf, dass einige unserer kleinsten Bäche an den Kleinwasserkraftwerken teilweise versperrt sind.
Die letzten Tropfen Wasser werden den Fischen als Lebensgrundlage entzogen, da diese Nebenbäche über viele Meter in Röhren fließen. Auf unserer Pachtstrecke "Wiese" von rund acht Kilometer Länge sind Gott sei Dank zwei Stauhaltungen mit Fischtreppen ausgestattet. So können hier die Fische im Winter zu den Laichzeiten weiter die Wiese hinaufsteigen. Die beiden anderen Staus sollten im Zuge der Erfüllung der von der EU vorgegebenen WRR (Wasserrahmenrichtlinien) bis zum Jahr 2015 ebenfalls durchgängig gestaltet werden.
Auch am Angenbach befinden sich noch einige Hürden, die eine durchgängige Laichwanderung verhindern. Der Künabach, der eigentlich an unserer oberen Grenze sein ganzes Wasser in die Wiese abgeben sollte, verschwindet kurz vor der Einmündung in die Wiese in einem dunklen Kanal. Eine Mauer von etwa vier Meter Höhe stellt dabei für die Laichzüge ein katastrophales Hindernis dar.
Wie wir sehen ist hier noch einiges zu tun.
Kormoran Demo Ulm
Gleichfalls müssen wir uns auch nach wie vor für die Reglementierung der Fisch fressenden Vögel wie Kormoran, Gänsesäger und Fischreiher in gemeinsamen und für die Öffentlichkeit sichtbaren Aktionen einsetzen. So wie wir dies bei der Teilnahme an der "Demonstration gegen den Kormoranschutz" mit 6000 Teilnehmern massiv gezeigt haben.
Sonst, so ist meine Befürchtung, wandern in Zukunft nicht mehr die Fische über die bis jetzt gebauten Fischtreppen, sondern halbverhungerte Kormorane, die auf der Suche nach der letzten Forelle die Steine umdrehen müssen!
Wir alle wissen:
"Natürliche Fischbestände sind nicht beliebig erneuerbar"

Unsere BesatJungbrutzmaßnahmen sind unter den beschriebenen Bedingungen permanent erforderlich, um die Bestände zu restaurieren und die "Fraßlöcher", die Kormoran und Co. jeden Winter hinterlassen, wieder auszugleichen und somit die latente Gefahr einer Bestandsgefährdung zu verhindern.
Dazu haben wir im vergangenen Jahr einige zehntausend Bachforellenbrütlinge, Sömmerlinge sowie ein- bis mehrjährige Forellen in mühevoller Arbeit in unserer Weiheranlage großgezogen und in mehreren Aktionen unter Mithilfe unserer Mitglieder in die Wiese und Nebenbäche eingesetzt.
Die Fangerfolge ließen deshalb nicht lange auf sich warten.
Die noch in der Auswertung befindliche Fangstatistik zeigt beim ersten Überblick schon erfreuliche Ergebnisse. Es wurden einige Forellen über der 50 cm-Marke gekeschert.
Kommentare einiger Mitglieder und Gäste wie:

"Dieses Jahr habe ich sehr gut gefangen ...wie vor 40 Jahren"..."Tolles Gewässer, super Fischbestand"... "Herrliche Natur und prächtige Forellen"..." Ein Erlebnis der Spitzenklasse"
..."Schön dass ich hier mit der Fliege fischen darf"

zeigen uns auf erfreuliche Weise: Wir tun das Richtige!

Der betriebene Aufwand an Weiheranlage und Wiese durch den Einsatz unserer Mitglieder sorgt dafür, dass wir in der Wiese einen sehr guten Fischbestand haben und auch weiterhin unserem Hobby frönen können.

Neben all diesen vielen Terminen für das Fischwasser, für die Vereinspflege, Vorstandssitzungen, Generalversammlung, Königsfischen am Schluchsee und an der Wiese, Fischräucheraktionen, dem gut besuchten Anglerfrühschoppen, den "Wieseputzeten", dem Fliegenbinde-Nachmittag im November, haben wir hoffentlich auch noch genügend Zeit gefunden unserer Passion nachzugehen.

Als ein besonderes Highlight in der vergangenen Saison können wir die positiven Ergebnisse von drei Elektrobefischungen bezeichnen, die von externen Instituten und dem staatlichen Fischereiaufseher durchgeführt wurden.Elecktroabfischen2010 (2)
Hier ein Auszug aus dem Schreiben des staatlichen Fischereiaufsehers:
"… bei dem beprobten Gewässerabschnitt, war der angetroffene Fischbestand äußerst erfreulich.
Das Gewässer ist sehr naturnah und strukturreich. Ich traf alle Größenklassen von Forellen (erfreulicherweise ausschließlich Bachforellen) in sehr guter Anzahl an. ……Sie können  sich mit Ihrem Pachtstück glücklich schätzen.…. ."

Das was bei unseren Bestandsfischen mittels Elektrogerät in den Seitenbächen, Hepschinger Bach und im Angenbach gefangen und gezählt wurde, bestätigt diesen guten Eindruck.
Ein neues Mitglied schwärmte bei dieser Aktion:
"Die kleinen Bachforellen sind ja so bunt wie die Schmetterlinge"...herrliche Fische..!

All dies erfüllt uns mit Freude und etwas Stolz und wir können daraus folgern, dass wir durch unsere verantwortungsvollen Maßnahmen für die heimischen Gewässer positiv in die Zukunft schauen können.

Es gilt, diese Arbeit fortzusetzen, um die Fischbestände unserer einheimischen Forellen auch für unsere Kinder und Kindeskinder zu deren Freude zu erhalten. Diese werden unseren Einsatz einmal daran messen, ob wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dafür eingesetzt haben.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen gute Gesundheit und dass in 2011 die Traumfische anbeißen.

Hans

anbei Bilder
vom Jahr 2010 von Walter, Andy, Hans    

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Rückblick 2010